Sonntag, 20. August 2006
Welcome Email. Good-bye handgeschriebener Brief
Eine morgentliche Gedankensammlung
appatoon, Sonntag, 20. August 2006, 13:10
Man kann sein Glück in Händen halten, ohne es vorher auszudrucken.

Smileys kann man ins Gesicht schauen, ohne sie im Kopf im Uhrzeigersinn zu drehen.

Es hat sich jemand Zeit genommen, etwas in die Hand zu nehmen.

Ein langgezogener Schlußstrich unter den Grüßen ist auch noch als solcher zu erkennen.

Den Betreff eines Briefes muß man sich erst erlesen.

Sympathische Kaffeeflecken auf dem Monitor sind nahezu ausgeschlossen.

Briefe sind schon mindestens einen Tag offline, dafür aber mobil.

Seltene Briefe können auch schon mal duften.

Der Überbringer eines Briefes hat eine 40 Stunden Woche und kann sogar sprechen.

Der Überbringer selten duftender Briefe kann sogar lachen.

Einen handgeschriebener Brief unterm Kopfkissen verursacht unruhigere Träume als ein Laserausdruck.

Zum Lesen von Attachments braucht man keinen Acrobat Reader.

Attachments können auch gepresste Blumen sein.

Mindestens 2 Tage auf eine Antwort zu warten kann sehr spannend sein.

Der Spamfilter auf meinem Briefkasten kennt keine Regeleinschränkungen.

Energisch geschriebene Briefe können Wunden auf dem Papier hinterlassen.

Sonderzeichen kann man selbst erfinden.

Im speziellen: Gemalte Herzchen brauche ich mir nicht zu ergoogeln.

Roter Filzstift scheint durch's Papier. Natürlich auch blauer und grüner.

Bei zentrierter Schrift
handelt es sich
sehr
wahrscheinlich
um
ein Gedicht.

Einmal geschriebenes kann nicht markiert und danach gelöscht oder verschoben werden.

TIPP-EX hat auch was zu sagen.

Rauhes Papier bietet Widerstand beim Schreiben.

Das Zerreissen und Verbrennen eines Briefes wirkt befreiender als das unspektakuläre Löschen einer Email mit der DEL-Taste.

Briefe können im Keller in einen mehrjährigen Winterschlaf fallen und schwer wiegen.

Briefe haben eine gute Chance, das hier zu überdauern.

Permalink (6 haben sich Zeit genommen)  Ein zeitloser Kommentar?



 Zeitreisen in die Vergangenheit